Messergedanken.....
Lange vor Hund und Handy war das Messer der erste Begleiter des
Menschen - ein Gegenstand, mit dem sich nahezu alle weiteren Dinge
des täglichen Lebens herstellen liessen. Neben der Funktion als Werk-
zeug war natürlich auch das Messer als Waffe in einer lebensfeindlichen
Umgebung von existentieller Bedeutung.
Die Grenzen zwischen diesem praktischen Gebrauch des Messers und
seinem Wert als "magischem Utensil" sind seit der Frühzeit des Menschen
fliessend und noch heute übt ein Messer oft eine fast unerklärliche
archaische Anziehungskraft auf uns aus.
Der rituelle Dolch Tibets, der "Phurba" oder "Peg" ist ein Relikt aus
diesen alten Zeiten. Begründet in der Bön-Religion ist dieser "Dämonen-
Nagel" der ultimative Schutz gegen alles Unheil.
Jedoch sind es nicht allein ferne und fremde Kulturen, in denen sich
dieses uralte Erbe erhalten hat. Im bayerischen Alpenland gibt es noch
immer den sogenannten "Drudenschneid", ein Messer mit neun Kreuzen
und neun Halbmonden auf einer sichelförmigen Klinge, dem allerhand
magische Fähigkeiten zugeschrieben werden.
Sogar Unwetter sollen sich damit abwenden lassen, indem man das Messer
auf bestimmte Art und Weise der Gewitterfront entgegenwirft.
In einigen katholischen Gegenden Süddeutschlands legte man noch im
19.ten Jahrhundert in der Christnacht dem Vieh im Stall ein kleines
Messer neben die Krippe, um für das kommende Jahr Gesundheit und
Schutz zu gewährleisten. Aus dem schweizerischen Kanton Wallis gibt es
Belege, dass einem neugeborenen Kind ebenfalls als Schutz gegen Unheil
ein kleines Messerchen in die Wiege gelegt wurde.
Seltsamerweise wurde dieses Messerchen - in bislang nicht hinreichend
erklärter Übereinstimmung mit der fernen Himalayaregion - ebenfalls
als "Geisternagel" bezeichnet.
Ein weiterer kulturgeschichtlicher Aspekt des Messers ist in seiner Nähe
zu den frühzeitlichen Ursprüngen des Tragens von Schmuck begründet.
Auch hier vermischen sich über zahllose Generationen Schutz und Magie
mit Status und persönlicher Identifikation.
Sowohl frühe Schmuckobjekte als auch Messer sind meist Objekte
mit eher fliessendem Übergang vom reinen Gebrauchsgegenstand in den
Bereich von Mythologie und archaischem Gedankengut.
Weitgehend traditionelle Werkzeuge, klassische Messerstähle und
Naturmaterialien lassen in Atelier und Werkstatt viel Raum für die
mentalen und spirituellen Gesichtspunkte der Messerherstellung.
Vor diesem Hintergrund entstehen hochwertige Einzelstücke, vom kleinen
Schmuckmesser bis zur individuell gestalteten Auftragsarbeit.
Mit dieser Arbeit gelingt es mir, Teile eines sehr alten Erbes
lebendig zu erhalten und hier in der Neuzeit weiterzuführen.
Ich suche:
...Fundstücke - alte, rostige Klingen, Walzähne, altes Elfenbein und Bein, Walrosshauer, Horn und Geweih, Wildschweinhauer, allerlei sonderbar unbrauchbare Dinge und den Sinn des Lebens...
Ich biete:
...höchstwertige Unikate aus der Werkstatt meines "Ein-Mann-Klosters" - hergestellt unter weitgehendem Verzicht auf moderne und modernistische Techniken - Objekte mit Inhalt, Geschichte und Seele...
Warum ich auf KunstFlur bin:
Kontakte knüpfen und pflegen